Shopsysteme: Auf diese 6 Merkmale musst du bei der Shop-Auswahl achten

Shop-Systeme

Wer sich bei der Auswahl eines Shopsystems von Geschäftsmodell und Preis leiten lässt, zahl schnell drauf. Warum der technische Kern so wichtig ist und wann ein Wechsel unbedingt erforderlich ist.

Kaufen? Mieten? Sieht das schick aus? Oft werden Shopsysteme nach traditionellen Maßstäben bewertet, die wir „schon immer“ angelegt haben. Das kann in manchen Fällen sinnvoll sein. Doch gerade bei Online-Shops mit Wachstumsanspruch führt dieser Fokus mittel- und langfristig zu immer mehr Schmerzpunkten. Und dann? Schon wieder ein neues System, weil der Shop nicht performt, nicht skaliert und nicht flexibel genug ist für die gestiegenen Erwartungen der Kunden? Genau deshalb setzen immer mehr Unternehmen auf technikgetriebene E-Commerce-Infrastrukturen, die sich schnell und mit überschaubarem Aufwand anpassen lassen. Worauf Du bei der Wahl eines neuen Shopsystems achten musst…


Warum klassische Shopsysteme ausgedient haben

Traditionelle Shopsysteme besitzen ein Frontend, ein Backend und oft noch Schnittstellen, an die Drittsysteme wie ein PIM (Produktinformationssystem) angedockt werden können. Dieses System ist komplex verzahnt und erfordert normalerweise einen hohen Entwicklungs- und Pflegeaufwand – insbesondere, wenn Änderungen ins System einspeist werden müssen. Das führt zu langen Entwicklungszeiten und überproportionalen Kosten. Gibt es Probleme im Backend, ist auch das Frontend auch oft davon betroffen. Gerade im Omnichannel-Bereich stößt ein klassisches System schnell an seine Grenzen. Denn es ist nicht ausgelegt auf neue Touchpoints wie Wearables, IoT-Anwendungen oder Voice Commerce. Zudem werden viele Altlasten mitgeschleppt, die längst nicht mehr benötigt werden. Aufgrund der vielen Abhängigkeit ist es jedoch schwierig einzelne Teile des Systems zu entkoppeln – außer man setzt auf ein modulares System.


„Headless“ Shopsysteme als technische Basis

Modulare Shopsysteme trennen Frontend und Backend, Kundenseite und Datenbank. Sie sind sozusagen „kopflos“ (headless). Und das hat viele Vorteile. Mit einem modular aufgebauten Backend sind Unternehmen extrem flexibel, was Sie daran andocken. Das können im Frontend eine Vielzahl von Shops und Touchpoints sein. Im Backend lassen sich durch eine modulare Struktur flexibel einzelne Systembestandsteile austauschen oder durch kundenspezifisch angepasste Microservices verwalten. Ob Smart Home, Voice Shopping, Marktplätze oder ein Shop in einer anderen Sprache. Da durch standardisierte APIs (Schnittstellen) Drittsysteme schnell und meist ohne großen Programmieraufwand direkt angedockt werden können, sind Unternehmen weniger auf bestimmte Systembestandteile angewiesen und können sie flexibel und oft mit geringem Aufwand ersetzen oder erweitern. Je nach Bedarf können Unternehmen das PIM oder Bezahlsystem wählen, was zu ihren Ansprüchen gerade am besten passt. Sie nutzen nur das, was Sie wirklich benötigen. Ist ein System im Kern bereits darauf angelegt, dass Module über standardisierte, belastbare Schnittstellen verbunden werden können, ist eine solch flexible Architektur auch wirklich stabil und belastbar. Und: Es ist zukunftstauglich, da Unternehmen schneller auf Trends und Gelegenheiten reagieren können.


Checkliste: Was wirklich relevant ist fürs neue Shopsystem

Vor der Entscheidung für ein neues Shopsystem solltest Du Dir überlegen, welche langfristigen Entwicklungen anstehen. Plant Dein Unternehmen eine Internationalisierung? Ein neues, großes Warensortiment? Ist ein kompletter Wechsel gewünscht? Oder bist Du eigentlich ganz zufrieden mit dem kundenseitigen Shop und willst nur den Kern optimieren? Nicht immer ist ein kompletter Umzug sofort erforderlich. Du kannst Dein System auch schrittweise umstellen.


1. Skalieren: Ist das Shopsystem auf Wachstum ausgelegt?

Ob Black Friday oder Oster-Sale: Wenn Du große Kampagnen fährst, sollte die Serverlast optimal ausbalanciert sein. Doch auch der tägliche Traffic kann bei wachsenden Online-Shops zum Problem werden. Wichtig sind hier also Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit. Achte darauf, dass das neue Shopsystem konkrete Lösungen für wachsende Unternehmen anbietet.

2. Individualisierung: Was brauchst Du wirklich?

Out-of-the-Box-Funktionalitäten können praktisch sein, wenn Du sie wirklich benötigst. Darüber hinaus sollte das neue Shopsystem allerdings auf Deine individuellen Bedürfnisse möglichst genau anpassbar sein. Eine API-basierte, modulare Infrastruktur mit einem Kernsystem im Backend als zentrale Datenbasis bietet sich hier an. Überlege also, welche Drittanbieter Du in den neuen Shop mitnehmen willst, welche Funktionalitäten Du nicht mehr benötigst und was durch neue Lösungen ersetzen werden soll. Bietet das neue Shopsystem hierfür eine gute Basis, um all das zu verwirklichen?

3. Entwicklung & Wartung: Wie viele Ressourcen stehen zur Verfügung?

Oft sind in E-Commerce-Unternehmen nicht übermäßig Entwicklerkapazitäten vorhanden. Überlege daher, ob Du anstehende Entwicklungs- und Wartungsarbeiten wirklich in einem angemessenen Zeitrahmen selbst stemmen kannst und willst. Viele klassische Shopsysteme erfordern viel Manpower. Und auch beim Umstieg auf modulare Shopsysteme ist der Einsatz von spezialisierten Agenturen oft unumgänglich. Daher stellt sich die Frage, wie wartungsarm die neue Infrastruktur insgesamt ist. Wie viel wird vom Anbieter in der Weiterentwicklung übernommen? Hast Du dadurch mehr Ressourcen für andere Bereiche, z.B. die Produktentwicklung? Wie sieht der technische Service aus? Ist der inklusive? Oft entstehen hier versteckte Kosten.

4. Touchpoints: Wo willst Du verkaufen?

Verkaufst Du nur auf Desktop, Mobile und Tablet? Okay. Doch was ist in fünf Jahren? Wo verkaufst Du, wenn Deine Kunden dann auf sozialen Netzwerken, über Smart Watch oder Voice-Assistenten einkaufen? Wie sähe es aus mit Lieferungen über smarte Kleiderschränke direkt ins Ladengeschäft? Virtuelles anprobieren der neuen Hose oder Wohnzimmerplanung mit Augmented Reality? Das Einkaufserlebnis kennt keine Grenzen. Daher sollte Dein künftiger Shop auch keine kennen und Dich für alle Trends in Deinem Bereich wappnen.

5. Flexibilität: Wie schnell kannst Du reagieren?

Welche Chance ergeben sich für Dich am Markt? Ist jetzt die perfekte Gelegenheit für einen internationalen Rollout? Leider ist die Umsetzung meist schwieriger und langwieriger als man denkt. Denn oft sind hier neben der Übersetzung von Produktkatalogen auch rechtliche Aspekte zu beachten. In manchen Ländern erwarten Kunden ein gänzlich anderes Frontend als bei uns. Andere lokale Anbieter für Payment und Zustellung. Und: einen muttersprachlichen Kundenservice. Wie schnell kannst Du mit Deinem neuen Shopsystem dennoch am Markt sein? In drei Monaten? In drei Jahren?

6. Budget: Welche Kosten musst Du einplanen?

Kalkuliere Kosten für ein neues Shopsystem ganzheitlich und berücksichtige dabei auch, wie viel Du an Eigenentwicklerarbeit, Wartung und Zeit für Rollouts sparst. Durch die geschickte Auswahl von Drittanbietern kannst Du laufende Kosten senken und so Dein System weiter optimieren. Auch die zuverlässige Performance ist ein wichtiger Punkt. Wenn das Shopsystem hier versagt, kostet das sehr schnell sehr viel Geld. Hinzu kommen ineffektive Prozesse, z.B. in der Marketingaussteuerung. Schau Dir also genau an, wie viel Dich die Schmerzpunkte Deines aktuellen Setups kosten. Das neue Shopsystem sollte all diese Herausforderungen lösen können.

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